Freitag, 11. November 2016
Wer sagt, dass im November die Marmelade-Zeit vorbei ist? Bei mir geht sie jetzt erst richtig wieder los, und zwar mit der leckersten Marmelade überhaupt: Mispel-Marmelade.
Meine geliebte Mispel hat in diesem Jahr so üppig getragen wie noch nie. Zwei ganze Eimer der gold-braunen Früchte konnte ich ernten. Das Lustige bei der Mispel ist, dass sie meist ihre Blätter verliert, bevor die Früchte ganz reif sind. Dann steht da ein nackter Baum voller reifer Früchte. Sehr apart!

Reife Mispeln am Baum
Mispelernte

Für die Marmelade müssen die Mispeln wirklich vollreif sein, also matschig. Wenn sie noch zu hart sind, lasst die Früchte im Eimer ein bis zwei Nächte draußen stehen. Es sollte gern ein bisschen frostig sein. Dann werden sie schön weich. Hier ist das Rezept:

Mispelmarmelade

ca. 2 kg vollreife Mispeln
1 halber Liter Apfelsaft naturtrüb
1 halber TL Muskat
ca. 700 g Zucker
1 Limette

Die Mispel einfach aus ihrer Schale herausdrücken. Die Masse mit Apfelsaft mischen und erhitzen. So löst sich das klebrige Fruchtfleisch von den Kernen. Dann durch ein grobes Sieb drücken. Jetzt haben wir ein schönes Mispelmus. Dieses abwiegen. Und die gleiche Menge Zucker unterrühren. Gelierzucker brauchen wir nicht, da Mispeln sehr viel Pektin enthalten.
Muskat zugeben und aufkochen. Jetzt 10 Minuten sprudelnd kochen lassen und dabei immer wieder umrühren. Zum Schluss noch die Limette auspressen und unterrühren. Die Marmelade sollte eine Konsistenz wie sehr dickflüssiger Honig haben. Sofort in heiß ausgespülte Schraubgläser geben – fertig!

Mispelmarmelade




Mittwoch, 6. Juli 2016
Stachelbeeren erinnern mich an meine Kindheit. In unserem Garten standen drei Hochstämmchen, die jeden Sommer reichlich trugen. Wir Kinder naschten die kleinen Büsche immer ruckzuck leer. So blieb nie genug für einen Stachelbeerkuchen übrig.
Noch heute liebe ich die säuerlichen Früchte. Und in diesem Jahr hat die kleine Stachelbeere in meinem Garten tatsächlich so viel getragen, dass ich fast zwei Kilo Früchte ernten konnte. Daraus habe ich 5 kleine Gläser Marmelade und zwei Stachelbeerkuchen gebacken, die wirklich unfassbar lecker waren. Hier ist das Rezept:

Stachelbeerkuchen mit Baiser

125 g weiche Butter
100 g Zucker
3 Eigelb
1 Ei
1 Pr Salz
1 Pck Vanillepuddingpulver
150 g Mehl
1 TL Backpulver
500 g Stachelbeeren

Butter mit Zucker cremig rühren, Eigelb und Ei unterrühren. Mehl mit Backpulver, Vanillepuddingpulver, Salz mischen, in die Masse sieben, glattrühren. In eine 26 cm große, gefettete Springform geben. Stachelbeeren putzen (Bärtchen und Stiele abschneiden) und auf den Teig geben, leicht andrücken. Bei 160 Grad (Umluft) 45 Minuten backen.

Stachelbeerkuchen noch ohne Baiser

Für die Baiserhaube:
3 Eiweiß
1 Pr Salz
100 g Zucker
50 g gehobelte Mandeln

Eiweiß mit Salz schlagen. Kurz bevor es steif ist, den Zucker einrieseln lassen und sehr steif schlagen. Auf den Kuchen geben, mit den Mandeln bestreuen, weitere 20 Minuten backen bis das Baiser bräunlich ist – fertig!

Stachelbeerkuchen mit Baiser

lecker, lecker!




Freitag, 13. November 2015
Die Mispel hat dieses Jahr so viele Früchte, dass trotz diebischer Krähen noch genug für mich übrig geblieben ist. Offenbar hat es schon mal Frost gegeben, denn die Früchte waren schon ganz weich und sind teilweise schon vom Baum gefallen.
Zeit, mal ein Rezept für Mispelbrot zu testen. Dazu das breiige Fruchtfleisch durch ein feines Sieb drücken – eine flotte Lotte wäre sicher hilfreich – und mit etwas Wasser verrühren. Das ergab bei meiner Ernte etwa ein gutes Pfund Masse. Eine Tasse Zucker und etwas geriebenen frischen Ingwer dazu, kurz aufkochen. Jetzt hat man sehr leckeres Mispelmus. Schmeckt super zu Joghurt oder Griesbrei.
Dieses Mus dünn auf ein Backblech streichen und für 2 bis 3 Stunden bei 100 Grad im Ofen trocknen lassen. In Stücke schneiden und mit Puderzucker bestreuen – fertig ist das Mispelbrot.
Mmmmhhh!

Mispelbrot




Dienstag, 14. April 2015
Grüne Smoothies gibt es in Berlin in jeder Ecke – zumindest da, wo icke wohne. Das Zeug sieht aus wie der Inhalt einer Still-Windel und kostet soviel wie anderswo der Mittagstisch, also hab ich den Trend bisher ignoriert. Aber neugierig bin ich ja doch: Kann ein Drink mit Spinat oder Grünkohl drin schmecken? Wie gut, dass ich noch einiges an Grünkohl im Beet stehen habe. Also fix mal selbst was zusammengemixt. Ich muss sagen: Ja, es schmeckt! Und ist ja angeblich mega-gesund, so ein grüner Smoothie. Ich werde weitere Varianten testen, sobald Spinat, Mangold und Kohlrabi reif sind.

Hier mein Rezept:

Grünkohl-Smoothie

1 Handvoll junger Grünkohlblätter (ohne Rippen)
1 vollreife Banane
1 geschälter Apfel
150 ml Apfelsaft naturtrüb

Alles zusammen gut durchpürieren und dann genießen.


Grünkohl-Smoothie

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Donnerstag, 20. November 2014
So viel Kummer mit meinen Obstbäumen! Jetzt musste die kranke Sauerkirsche doch gefällt werden, der Baumpilz hat sie endgültig dahin gerafft. Und nun schwächelt auch noch die Eierpflaume. Der fiese Baumpilz, den wir vor 4 Jahren erfolgreich (dachten wir zumindest) rausgeschnitten hatten, ist zurück – leider direkt an der Stammbasis. Heißt wohl, das der Baum über kurz oder lang auch gefällt werden muss, bevor er selbst fällt. Das ist das große Manko einer alten Gartenanlage: Die Obstbäume sind über das Rentenalter hinaus und können sich gegen Schädlinge nicht mehr richtig wehren. Die extrem lange Wachstumsphase in diesem Jahr (zeitiges Frühjahr und seeehr milder Herbst) haben die Bäume zusätzlich gestresst. Kein Wunder, dass sie schlapp machen.
Zum Glück hab ich noch die letzte Marmelade von meiner Sauerkirsche. Mit der hab ich Adventsplätzchen gebacken. Engelsaugen – wie passend.



Hier das Rezept:

Engelsaugen

225 Mehl
65 g Zucker
2 TL Vanillezucker
abgeriebene Schale einer Bio-Orange
150 g kalte Butter
1 Pr Salz

Alles zu einem glatten Teig kneten, eine Stunde abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. Danach haselnussgroße Kügelchen formen und mit dem Finger ein Loch hineindrücken. Das Loch mit Marmelade (Sorte nach Belieben) füllen. Ich benutze dazu Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke. Wer eine Spritzbeutel hat, umso besser. Bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten backen.


Die gelben Engelsaugen sind mit Zierquittenmus gefüllt. Das hab ich jetzt mal probiert und bin begeistert: schön zitronig – perfekt für die Weihnachtsbäckerei. Für das Mus braucht man gar kein Geliermittel (das ich sowieso nicht mag). Zierquitten enthalten sehr viel Pektin, und das Mus wird nur mit Zucker gekocht sehr fest.



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Donnerstag, 14. August 2014
Von Zaun auf den Kaffeetisch: Heute gab es lecker Brombeer-Torte. Mit den schwarzen Früchten kann man kaum was Besseres machen – vor allen, wenn man keine Marmelade mehr kochen möchte.



Hier das Rezept:

Brombeer-Torte

für den Bisquitteig:
60 g Mehl
60 g Speisestärke
100 g Zucker
3 Eier
1 TL Vanillezucker
1 TL Natron

Eier trennen, Eiweiß sehr steif schlagen, Zucker nach und nach zugeben, dabei immer weiterschlagen. Eigelbe unterrühren. Mehl, Stärke, Natron sieben und vorsichtig unterheben.
In einer mit Backpapier ausgelegten Springform ca. 35 Minuten bei 175 Grad backen. Mit einem Messer vom Rand lösen, aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

für die Füllung:
250 g Mascarpone
250 g Magerquark
150 ml Sahne
30 g Zucker
1 EL Vanillezucker
etwas Zitronenabrieb und Saft von einer halbe Zitrone

Mascarpone, Zucker, Quark verrühren. Sahne steif schlagen und unterrühren.
Nun den Teig mit einem scharfen Messer quer halbieren, so dass man zwei Böden erhält. Die Hälfte der Creme auf den ersten Boden streichen. Zweiten Boden darauf legen. Torte rundum mit der Creme bestreichen.
Jetzt kommt das Wichtigste: die frisch geernteten Brombeeren. Etwa zwei Hände voll davon auf die Torte setzen. Eventuell mit etwas Puderzucker bestäuben.
Und genießen!



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Mittwoch, 21. Mai 2014
Weil es grad so schön blüht, hab ich einen Tipp meiner Gartennachbarin ausprobiert: Blüten-Butter. Sieht herrlich bunt aus und ist sehr lecker.

Erstmal alle möglichen essbaren Blüten sammeln – was eben gerade so wächst. Bei mir waren es Gänseblümchen, Beinwell, Giersch, Hahnenfuß, Bohnenkraut, Rose, weißer Flieder, Vergissmeinnicht. Die Blüten vom Grün zupfen, Rosenblätter kleinschneiden. Alles zusammen sollte zwei Hände voll ergeben. Mit einem Stück weicher Butter verkneten und dann kalt stellen.



Dann auf Brot genießen – köstlich!



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Freitag, 9. Mai 2014
Immer noch kein Ende beim Rhabarber in Sicht. Darum hab ich mal was anderes als Kompott und Kuchen ausprobiert. Jetzt gibt es Rhabarber-Marmelade – mmhhh. Säuerlich, frisch, einfach lecker.



Die Marmelade ist darum mein aktueller Lieblings-Brotaufstrich. Hier das Rezept:

Rhabarber-Konfitüre

1 kg Rhabarber
1 kg Zucker
1 Bio-Zitrone
1 halbe Vanille-Stange

Rhabarber schälen und in Stücke schneiden. Mit etwas Wasser weich kochen. Zitrone auspressen, Schale abreiben. Zucker, Zitronenschale zugeben. Die halbe Vanillestange auch in den Topf geben. Alles etwa zehn Minuten sprudelnd kochen. Kurz vor Ende Zitronensaft zugeben, Vanillestange entfernen. Masse sofort in heiß ausgespülte Schraubgläser geben und verschließen.


Das Tolle: Man braucht kein Geliermittel, Rhabarber enthält selbst genug Pektin, die Konsistenz stimmt perfekt. Ich finde ja sowieso, Marmelade schmeckt viel besser ohne Geliermittel.

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Montag, 28. April 2014
Eines Tages wird er den ganzen Garten überwuchert haben. Mein Rhabarber wird jedes Jahr üppiger und üppiger. Ein komplettes Beet macht er schon zu. Und wie. Es ist noch nicht mal Mai, und ich konnte schon zweimal dicke Stangen ernten.




Darum gab es auch schon zweimal meinen schnellen Rhabarber-Kuchen

hier das Rezept:

Schneller Rhabarber-Kuchen

300 Gramm Dinkelmehl (gerne Vollkorn)
1 Prise Salz
150 Gramm Zucker
1 TL Vanillezucker
100 Gramm kalte Butter

Daraus mit der Hand oder mit Knethaken Streusel kneten. Zwei Drittel der Streusel als Boden in eine gefettete Springform drücken.
Drei Stangen Rhabarber schälen und kleinschneiden. Auf dem Boden verteilen. Etwas Zitronenschale über den Rhabarber raspeln. Dann den Rest Streusel darüber geben.
Bei 200 Grad etwa 40 Minuten backen, bis er leicht braun ist.

Den Kuchen unbedingt mit Schlagsahne genießen – ein Traum!

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Montag, 4. November 2013
Oktober samt Fest sind zwar vorbei, gezapft wird bei mir aber jetzt erst recht. Hat aber nichts mit Bier zu tun sondern tatsächlich mit Zapfen, Kieferzapfen genauer gesagt. Aus diesen hab ich am Wochenende Meisenknödel gebastelt. Die Idee dazu hab ich zum Beispiel hier gefunden.
Warum selber machen, was es für ein paar Euro in jedem Supermarkt zu kaufen gibt? Ganz einfach: In Vogelfutter sind oft Ambrosia-Samen drin. Diese gelangen in die Futtermischungen, weil Ambrosia in südlichen Ländern weit verbreitet ist, in denen das Vogelfutter hergestellt wird. Wer diese "verseuchten" Futtermischungen verwendet, sät damit Jahr für Jahr die gefährliche Pflanze bei uns aus. Und Ambrosia kann Allergikern das Leben ganz schön zur Hölle machen, denn die grüne Migrantin ist extrem allergen.
Seit sogar in meinem Balkonkasten eine Ambrosia aufgegangen ist, lasse ich die Finger von Fertig-Meisenknödeln.
Vogelfutter kann man ganz einfach und günstig selber machen. Perfekt für einen verregneten Sonntagnachmittag, und den Vögeln scheint das Homemade-Futter sogar besser zu schmecken.

Für Futterzapfen braucht man

– Kiefer- oder Pinienzapfen.
Wählt Zapfen, bei denen die Schuppen weit geöffnet sind. Sind sie das nicht, einfach auf die Heizung legen, dann gehen die Schuppen auf
– Körner und Saaten, wie Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Weizenkörner, Haselnüsse, Kürbiskerne, Walnüsse. Wichtig ist, dass die Körner nicht gesalzen, gezuckert oder geröstet sind. Auch Haferflocken und Rosinen können beigemischt werden. Große Nüsse etwas zerkleinern
– Kokos- oder Palmfett
– Pflanzenöl
– Schnur




Als erstes bindet ihr etwas Schnur ans dicke Ende der Zapfen. Daran werden sie später aufgehängt. Dann im Topf Kokosfett schmelzen und einen kleinen Schuss Pflanzenöl hinzugeben. Das macht das Fett später weniger brüchig.
Körner, Flocken und Saaten ins Fett geben und umrühren. Nun die Mischung erkalten lassen. Sie sollte wieder etwas fest werden. Das kann eine halbe Stunde oder mehr dauern. Wenn das Fett zähflüssig geworden ist, mit einem Löffel die Fett-Körner-Mischung auf die Zapfen streichen, dabei die Mischung auch zwischen die Schuppen drücken. Danach die Zapfen auf Backpapier oder einen Kuchengitter aushärten lassen – fertig!

Wer keinen Baum vorm Fenster hat oder wie ich im dritten Stock wohnt, kann zum Aufhängen der Futterzapfen Laternenstöcke verwenden. Einfach in den Blumenkasten stecken und den Zapfen an den Draht für die Laterne hängen.