Donnerstag, 17. November 2016
Das ist nicht nur wichtig für Wohneigentum, sondern auch für Kleingärten. Zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen - jedenfalls zurzeit und in Berlin. Klar, Berlin braucht Wohnungen. Aber teure Eigentumswohnung, die als Kapitalanlage für internationale Spekulanten gebaut werden? Nee, davon gibt es bei uns im Bezirk schon viel zu viele. Außerdem würde aus meinem schönen Garten höchstens ein schnöder Parkplatz. Denn mein grünes Paradies liegt mitten in einer Wendeschleife der Straßenbahn. Da wird niemand ein Wohnhaus reinsetzen. Wer möchte schon in einem Haus wohnen, dass von mehreren Tram-Linien umkreist wird? Die Eisenschweine rumpeln und quietschen ganz schön.
Aber unser neuer Senat will ja jetzt sowieso alle Berliner Kleingärten erhalten. Aber ob man dem Frieden trauen kann? Da habe ich so meine Zweifel. Da hoffe ich lieber darauf, dass die unattraktive Lage meiner Parzelle die Rettung ist.





Donnerstag, 30. Juni 2016
Heute vor genau zehn Jahren, am 30. Juni 2006, begann mein Leben als Kleingärtnerin. Als Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien spielte, kam der lang ersehnte Anruf vom Kleingartenverein: „Wir haben einen Garten für Sie!" Zwei Jahre lang hatte ich auf diesen Anruf gewartet. Zwar sei der Garten ohne Stromanschluss und in desolatem Zustand, dafür aber „schön verwunschen", wie mir die Frau vom Vorstand versicherte. Die Dame hatte nicht untertrieben. Auf der Parzelle standen Gras und Unkraut hüfthoch, die Beete waren zugewuchert und nicht mehr als solche zu erkennen, dafür gab es jede Menge Sperrmüll und in die Laube hatte es schon öfter reingeregnet.

Unser Garten 2006

Ich verliebte mich trotzdem auf den ersten Blick in die wilde, kleine Parzelle, die schön abseits der Hauptkolonie in einer Wendeschleife der Tram liegt (das ist auch der Grund, warum man keinen Strom legen kann. Die Oberleitung der Tram wäre im Weg). Wie blind Liebe machen kann, zeigte sich in den nächsten Tagen, in denen wir fluchend und auf Knien das hohe harte Gras absichelten und ein Klohäuschen aus dem Baumarkt zusammenschraubten – mit einem Akkuschrauber, den wir alle zwei Stunden zuhause wieder aufladen mussten. Der Garten sollte schließlich pünktlich zum 5. Geburtstag unserer Tochter benutzbar sein – endlich Kindergeburtstag im Garten feiern! Gibt es Großstadt-Eltern, die nicht davon träumen? Natürlich war dann doch nicht alles fertig, trotzdem haben die Kinder im wilden Garten ausgelassen wie nie gefeiert. Und wir Großen haben ganz gemütlich gegrillt. Bis spät in den Abend hinein saßen wir in unserem neuen grünen Wohnzimmer am Feuer und waren einfach nur glücklich.
Und glücklich mit unserem Garten, das sind wir immer noch. Aus der spontanen Verliebtheit ist eine tiefe, innige Beziehung geworden. Klingt vielleicht seltsam, aber der Garten ist tatsächlich ein Familienmitglied. Eins, das sehr viel Pflege braucht, das aber noch viel mehr zurück gibt. Vor allem: Erdung, Entspannung, Naturnähe. Und natürlich unvergesslich schöne Abende und Nachmittage, befriedigende Arbeit mit Erde und Pflanzen, draußen sein, Tiere beobachten, Jahreszeiten erleben. Wenn das keine reiche Ernte ist! Und die Gartenfrüchte kommen da noch on top.

Unser Garten 2016




Samstag, 12. März 2016
Endlich ist der Film über unseren Gartentag 2015 fertig, der im September stattfand. Er zeigt einen kleinen Überblick über unsere Kolonie und einen sehr interessanten Einblick in meinen eigenen Garten – genauer gesagt in mein berühmtes Kompostklo. Aber seht selbst.



Da ich immer wieder danach gefragt werde, wie ich das Kompostklo genau gebaut habe, meine bauanleitung kompostklo (docx, 4,210 KB) könnt ihr hier downloaden.




Freitag, 18. September 2015




Sonntag, 6. September 2015
Kleingärtner teilen gerne: Heute startete unsere Aktion "Früchte für Flüchtlinge". Leider spielte das Wetter so gar nicht mit: Es schüttete aus allen Wolken, 14 Grad und immer wieder fiese Windböen. Doch das hielt viele Gartenfreunde nicht davon ab, in ihre Bäume zu steigen und Äpfel, Birnen und Pflaumen für Flüchtlinge zu ernten. Kistenweise frisch geerntetes Obst und Gemüse kamen zusammen – natürlich alles Bio-Qualität. Die komplette heutige Ernte wurde an ein Flüchtlingsheim im Bezirk geliefert, in dem rund 250 Menschen leben.
Da mein Garten leider schon längst leer geerntet ist, habe ich einen schönen Blumenstrauß als Gruß aus dem Garten beigesteuert – Sonnenhut, Baumspinat und Hortensien gibt es nämlich noch auf meiner Parzelle.
Die Aktion läuft jetzt jeden Sonntag bis zum Ende der Erntezeit – bei hoffentlich besserem Wetter als heute.





Sonntag, 22. März 2015
Endlich wieder Holz und Dachpappe auf der Hütte. Jetzt ist Schluss mit Durchregnen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Dachdecken so aufwendig ist! Die Jungs waren fast zwei Tage damit beschäftigt. Egal ob Regenwetter oder Sonne – jetzt kann die Gartensaison wirklich starten!



Auch im übertragenen Sinne ist oben jetzt neu: Gestern hat unser Gartenverein einen neuen Vorstand gewählt. Meine absoluten Lieblingssprüche aus dieser höchst unterhaltsamen Jahresversammlung: "Jetzt ist aber Schluss mit Demokratie!" (Als wir den vom alten Vorstand bestimmten Kandidaten nicht einfach durchwinken wollten. Ein Gegenkandidat durfte sich erst nach lautstarkem Protest zur Wahl stellen) und "Ich habe mich schon viele Jahre für die Anlage arrangiert." (Kandidat für Vorstand stellt sich vor). Wie gut, dass die Zukunft unserer Gartenanlage in den Händen von echten Profis ist.

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Donnerstag, 9. Oktober 2014
... gibt es unseren Tag des offenen Gartens jetzt auch als Filmchen – viel Spaß!



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Sonntag, 28. September 2014
Das war er nun, unser Tag des offenen Gartens. Wir hatten mit allem gerechnet: mit schlechtem Wetter, wenig Besuch, extremer Gegenwind von einigen Altvorderen, mit Laubenpiepern, die sich gestört fühlen. Aber es kam anders, ganz anders (bis auf den Gegenwind, den gab es tatsächlich!).
Nach vielen Tagen Regen war unser Tag ein perfekter Septembertag: 20 Grad, leichter Wind und Sonne. Mehrere hundert Besucher kamen, die ersten schon eine gute halbe Stunde bevor es überhaupt los ging. Sie kamen, um unsere Gärten anzuschauen, Kaffee zu trinken, Obst zu ernten, Kaninchen zu streicheln, Blumen zu bewundern, über Gemüseanbau zu fachsimpeln, Wladimir Kaminers ehemaligen Garten zu besichtigen, Volkslieder zu singen, Chutneys und Marmelade zu kosten, Kräuter zu pflücken und und und. Mein persönliches Highlight war das Klezmer-Konzert im Schrebergarten. Das war auch der einzige Programmpunkt, den ich überhaupt selbst besuchen konnte. Wegen des großen Andrangs kam ich aus meinem Garten kaum mal raus. Ich wusste gar nicht, dass sich so viele Menschen für Komposttoiletten interessieren.
Es war ein wunderbarer Nachmittag mit sehr interessierten Besuchern. Die meisten haben gefragt, ob wir das jedes Jahr veranstalten. Ja, unbedingt! Ab sofort machen wir das jedes Jahr!
Denn wie einer meiner alteingesessenen Parzellennachbarn feststellte: "So ville Menschen waren bis jetzt noch nie inne Anlage – einfach toll!"

Alle wollen in unsere Gärten

Heute sind die Kaninchen für alle Kinder da

Im Zirkusgarten bei Jay

Sangesfreuden bei Onkel Mirko

Saytham's Klezmer Band rocken Parzelle 3

Gärtner und Gäste ernten gemeinsam Äpfel

Besucher im Tulpenweg

Mit Gartenblumen geht es nach Hause

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Mittwoch, 17. September 2014


Kleingarten und ganz privat? Das war einmal. Unsere kleinen grünen Oasen sollten allen Kiezbewohnern zugute kommen – besonders, wenn die Parzellen in der dicht bebauten Innenstadt liegen, wo Grün ein rares Gut ist.
Darum habe ich mich den Bornholmgärtnern angeschlossen. Wir sind ein Netzwerk von Kleingärtnern in Berlin-Prenzlauer Berg, die die Garten-Anlagen für den Kiez nutzbar machen wollen. Da haben wir viele Ideen: Kita-Gärten, Gärten für Jugendprojekte und ein Museumsgarten beispielsweise.
Als ersten Schritt für mehr Offenheit wird am 27. September von 14 bis 18 Uhr unser allererster Tag des offenen Gartens stattfinden.
Es wird viel zu sehen und zu erleben geben: ein Klezmer-Konzert, Zirkus-Garten, Schnippseljagd und leckere Kürbis-Suppe vom Lagerfeuer – das komplette Programm findet ihr hier.
Einige lokale Medien berichten schon über unsere Initiative. Jetzt muss nur noch das Wetter am 27. passen!
Mein Garten wird natürlich auch dabei sein -– wie insgesamt über 40 Parzellen. Ich werde den Infostand betreuen und meine berühmte Komposttoilette vorstellen – inklusive Bauplan. Ich freue mich wie Bolle, wenn ihr zu unserem Tag des offenen Gartens kommt!


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Freitag, 27. Juli 2012
Erst kürzlich hab ich noch die Nachricht gelesen, dass Laubeneinbrüche in Berlin enorm zugenommen zugenommen. Muss wohl, denn meine Parzelle musste nun och dran glauben. Buntmetalldiebe heißt diese Pest, und alles, wirklich alles, was irgendwie aus Metall ist, haben sie mitgehen lassen. Sogar meine Wasseruhr haben sie versucht abzudrehen. Dabei wurden sie offenbar gestört. Vermutlich haben die zwei großen Hunde meines Gartennachbars die Eindringlinge bemerkt. So habe ich wenigstens keinen Wasserschaden.
Netterweise haben die Diebe mir die Tülle meiner geliebten Zink-Gießkanne gelassen – vielen Dank! Die stecke ich nun künftig auf eine ordinäre Plastekanne, ist zwar stillos, aber wenigstens diebstahlsicher.