Donnerstag, 28. Juli 2016
Thema: Tiere
Es gibt wohl einen neuen Untermiete in meiner Laube. Unter dem Vordach hat jemand ein Nest gebaut. Wer kann das sein?



Mal genauer hinschauen:



Inzwischen weiß ich: es ist ein Zaunkönig. Den kleinen Kerl habe ich kurz darauf in meinem Maschendrahtzaun sitzend entdeckt. Leider war er viel zu schnell weg für ein Foto. Und das Nest scheint auch nicht belegt zu sein. Die Vögel bauen mehrere Nester, aus denen sich ihr Weibchen eins aussuchen darf. Das in unserer Laube hat seiner Liebsten offenbar nicht richtig gefallen. Kann ich gar nicht verstehen – sieht doch sehr gemütlich aus.




Mittwoch, 6. Juli 2016
Stachelbeeren erinnern mich an meine Kindheit. In unserem Garten standen drei Hochstämmchen, die jeden Sommer reichlich trugen. Wir Kinder naschten die kleinen Büsche immer ruckzuck leer. So blieb nie genug für einen Stachelbeerkuchen übrig.
Noch heute liebe ich die säuerlichen Früchte. Und in diesem Jahr hat die kleine Stachelbeere in meinem Garten tatsächlich so viel getragen, dass ich fast zwei Kilo Früchte ernten konnte. Daraus habe ich 5 kleine Gläser Marmelade und zwei Stachelbeerkuchen gebacken, die wirklich unfassbar lecker waren. Hier ist das Rezept:

Stachelbeerkuchen mit Baiser

125 g weiche Butter
100 g Zucker
3 Eigelb
1 Ei
1 Pr Salz
1 Pck Vanillepuddingpulver
150 g Mehl
1 TL Backpulver
500 g Stachelbeeren

Butter mit Zucker cremig rühren, Eigelb und Ei unterrühren. Mehl mit Backpulver, Vanillepuddingpulver, Salz mischen, in die Masse sieben, glattrühren. In eine 26 cm große, gefettete Springform geben. Stachelbeeren putzen (Bärtchen und Stiele abschneiden) und auf den Teig geben, leicht andrücken. Bei 160 Grad (Umluft) 45 Minuten backen.

Stachelbeerkuchen noch ohne Baiser

Für die Baiserhaube:
3 Eiweiß
1 Pr Salz
100 g Zucker
50 g gehobelte Mandeln

Eiweiß mit Salz schlagen. Kurz bevor es steif ist, den Zucker einrieseln lassen und sehr steif schlagen. Auf den Kuchen geben, mit den Mandeln bestreuen, weitere 20 Minuten backen bis das Baiser bräunlich ist – fertig!

Stachelbeerkuchen mit Baiser

lecker, lecker!




Donnerstag, 30. Juni 2016
Heute vor genau zehn Jahren, am 30. Juni 2006, begann mein Leben als Kleingärtnerin. Als Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien spielte, kam der lang ersehnte Anruf vom Kleingartenverein: „Wir haben einen Garten für Sie!" Zwei Jahre lang hatte ich auf diesen Anruf gewartet. Zwar sei der Garten ohne Stromanschluss und in desolatem Zustand, dafür aber „schön verwunschen", wie mir die Frau vom Vorstand versicherte. Die Dame hatte nicht untertrieben. Auf der Parzelle standen Gras und Unkraut hüfthoch, die Beete waren zugewuchert und nicht mehr als solche zu erkennen, dafür gab es jede Menge Sperrmüll und in die Laube hatte es schon öfter reingeregnet.

Unser Garten 2006

Ich verliebte mich trotzdem auf den ersten Blick in die wilde, kleine Parzelle, die schön abseits der Hauptkolonie in einer Wendeschleife der Tram liegt (das ist auch der Grund, warum man keinen Strom legen kann. Die Oberleitung der Tram wäre im Weg). Wie blind Liebe machen kann, zeigte sich in den nächsten Tagen, in denen wir fluchend und auf Knien das hohe harte Gras absichelten und ein Klohäuschen aus dem Baumarkt zusammenschraubten – mit einem Akkuschrauber, den wir alle zwei Stunden zuhause wieder aufladen mussten. Der Garten sollte schließlich pünktlich zum 5. Geburtstag unserer Tochter benutzbar sein – endlich Kindergeburtstag im Garten feiern! Gibt es Großstadt-Eltern, die nicht davon träumen? Natürlich war dann doch nicht alles fertig, trotzdem haben die Kinder im wilden Garten ausgelassen wie nie gefeiert. Und wir Großen haben ganz gemütlich gegrillt. Bis spät in den Abend hinein saßen wir in unserem neuen grünen Wohnzimmer am Feuer und waren einfach nur glücklich.
Und glücklich mit unserem Garten, das sind wir immer noch. Aus der spontanen Verliebtheit ist eine tiefe, innige Beziehung geworden. Klingt vielleicht seltsam, aber der Garten ist tatsächlich ein Familienmitglied. Eins, das sehr viel Pflege braucht, das aber noch viel mehr zurück gibt. Vor allem: Erdung, Entspannung, Naturnähe. Und natürlich unvergesslich schöne Abende und Nachmittage, befriedigende Arbeit mit Erde und Pflanzen, draußen sein, Tiere beobachten, Jahreszeiten erleben. Wenn das keine reiche Ernte ist! Und die Gartenfrüchte kommen da noch on top.

Unser Garten 2016




Samstag, 25. Juni 2016
Thema: Sommer
Büsche und Bäumen hängen voller Sommerfrüchte. Der Lavendel blüht. Alles wächst so üppig wie lange nicht mehr. Das feucht-warme Treibhausklima der vergangenen Wochen hat den Garten förmlich explodieren lassen.
Und auch mein Indianer-Beet macht sich prima. Ab Montag ist auch wieder mehr Ruhe im Garten. Drei Monate mit Extrem-Straßenbahn- und Busersatzverkehr rund um die Uhr wegen einer großen Baustelle sind dann endlich vorbei. Warum lassen eigentlich alle Busfahrer den Motor laufen, wenn sie Pause machen?









Indianer-Beet, die drei Schwestern




Mittwoch, 8. Juni 2016
Thema: Zu Besuch
In Berlins Mitte, die so betongrau und zugebaut ist, entsteht eine kleine grüne Oase für die Nachbarschaft – passender Weise in der Neue Grünstraße. Der
Gemeinschaftsgarten wird dem Kiez von einem großen Energieunternehmen spendiert. Vergangenen Sonntag wurden die ersten Gemüsepflanzen in die Hochbeete gebracht. Weitere Gemeinschaftsgärten in anderen Berliner Bezirken sollen bald folgen.
Eine sehr schöne Idee! Wer mitgärtnern möchte: der Gemeinschaftsgarten Neue Grünstraße 13-14 ist dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und am Wochenende zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet.

Kinder aus dem Kiez gärtnern fleißig mit

Mangold wird ins Hochbeet gepflanzt