Donnerstag, 6. Mai 2010
Berliner Pflanzen
Seit gestern sehe ich das "Unkraut" in meinem Garten mit völlig anderen Augen. Ich werde das böse U-Wort künftig komplett aus meinem Sprachschatz verbannen. Das liegt an dem Buch Berliner Pflanzen – das wilde Grün der Großstadt. Es zeigt nicht nur, dass jedes Kräutlein seinen – oft sogar medizinischen – Nutzen hat, sondern auch mit der Berliner Stadtgeschichte verknüpft ist. So konnten Wildpflanzen, wie Guter Heinrich oder die Glanzmelde, auf den Brachen an der Berliner Mauer überleben.
Auch der Wilde Hopfen, der bei uns in der Gartenanlage zum Graus des Vorstands wuchert, ist eine Heilpflanze und diente früher den Berlinern zur Bierbrauen.
Das Pennsylvanische Glaskraut, das in meinen Beeten wächst, hab ich einem Pflanzensammler zu verdanken, der das amerikanische Kraut Anfang des 19. Jahrhunderts als Anschauungsmaterial für seine Studenten im Botanischen Garten zog. Von dort eroberte die Pflanze ganz Berlin.
Die schönen Geschichten über die Wildkräuter bieten doch eine prima Ausrede, es mit dem lästigen Jäten nicht ganz so genau zu nehmen. Ich sollte die Lektüre mal unserem Kleingartenvereinsvorstand ans Herz legen.

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danke für den lehrreichen unkrautbeitrag, vielleicht gibt es auch für andere großstädte solche pflanzenbücher. ich werde gleich nachforschen...
guter heinrich und glanz-melde haben sich auch in meinem garten entlang des zaunes breitgemacht, aber ehrlich gesagt - freude hab ich mit ihnen keine.

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