Freitag, 16. Oktober 2009
Kompostklo statt Chemie-Toilette
Ein Kleingarten verfügt in der Regel nicht über einen Anschluss an die Kanalisation. Spätestens bei der ersten Grillparty wird das zum Problem – besonders für die weiblichen Gäste. Viele Kleingärtner behelfen sich mit einem Chemie- oder Camping-Klo.
Auch wir hatten uns einen transportablen Abtritt in beigefarbenem Plastik zugelegt. Allerdings war die Geruchsentwicklung trotz Chemie-Beigabe enorm. Und vom Ausleeren zuhause im Badezimmer will ich gar nicht erst erzählen...
Ganz klar, ein Kompostklo musste her. Diese in Skandinavien und Öko-Kommunen weit verbreiteten Bio-Toiletten funktionieren wie ein Turbo-Komposter. Sie produzieren besten Humus und das Tollste: Sie stinken nicht, weil die Luftzirkulation – ähnlich wie bei einem Ofen – Gerüche über ein Abzugsrohr nach außen abführt. Leider sind die Dinger unfassbar teuer. Mehrere hundert Euro für unser Gartenklo wollten wir nicht ausgeben.
Also, Ärmel hoch, selbst ist die Frau! Friedensreich Hundertwassers Humustoilette ist ganz leicht nachzubauen. Als Gestell hab ich unseren alten Küchentisch verbraten. Mein selbstgebautes KompostkloDer Kompostbehälter ist ein 50-Liter-Eimer aus dem Baumarkt, die Tropfwanne eine 3-Liter-Plastikschüssel.
Als Mulchmaterial benutze ich eine Mischung aus Rindenmulch, Laub und Sägespänen. Das Besprühen mit Wasser, wie bei Hundertwasser empfohlen, könnt ihr euch schenken. So ein Gartenklo ist eher zu feucht als zu trocken – liegt wohl an den Gartenpartys.
Ein bis zwei Mal pro Saison muss der große Behälter auf den Komposthaufen entleert werden. Hört sich schlimmer an als es ist. Der Inhalt ist ja größtenteils schon zu Humus geworden. Die Tropfwanne ist allerdings öfter fällig. Aber alles in allem ist mein Kompost-Klo recht wartungsarm.
Und Kinder lieben es: Bisher weigerten sich sämtliche Freunde meiner Tochter unseren Garten zu verlassen, bevor sie nicht wenigstens einmal unser Klo testen konnten.

Das Innenleben des Klos – die Abtropfwanne fehlt auf dem Foto

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